REGULIERUNG
Mit dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft am 11. Juni 2026 in den USA, Mexiko und Kanada hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) am 9. Juni vor der Nutzung illegaler Wettangebote im Internet gewarnt und kündigt für die Turnierwochen verschärfte Aufsichts- und Kontrollmaßnahmen an.
Die Behörde rechnet rund um das Turnier mit deutlich höherer Nachfrage nach Sportwetten. Bei unerlaubten Angeboten fehlen die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmechanismen für Jugend-, Spieler- und Verbraucherschutz, zudem steigt das Risiko von Betrug. GGL-Vorstand Roland Benter rief Verbraucher dazu auf, sich vor der Wette auf der amtlichen Whitelist zu informieren, welche Anbieter über eine deutsche Lizenz verfügen. Wer verdächtige Angebote bemerkt, kann sie über das Hinweissystem der GGL melden; auch für mögliche Manipulationsversuche im Zusammenhang mit WM-Spielen ist die Behörde Ansprechpartnerin.
Die wirtschaftliche Dimension ist beträchtlich. Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) bezeichnet die WM 2026 als wichtigstes Ereignis des Jahres für die Branche und erwartet in Deutschland Wetteinsätze von knapp einer Milliarde Euro. Ein erheblicher Teil davon dürfte nach Verbandsschätzung bei nicht lizenzierten Anbietern landen.
Die GGL stützt ihre Warnung auf eine Linie, die der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, zuletzt unterstrichen hatte: illegales Glücksspiel gilt als zentrales Problem der Suchtbekämpfung. Nach Einschätzung der Behörde liegt der Marktanteil illegaler Online-Angebote weiterhin bei rund einem Viertel des gesamten Online-Marktes, trotz wirksamer Vollzugsinstrumente wie Payment-Blocking und angepasster Google-Werberichtlinien.
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„Die Warnung ist mehr als Pflichtprogramm. Großturniere sind der Moment, in dem Gelegenheitswetter den Weg ins Netz finden, und genau dann ist der Abstand zwischen einem lizenzierten Buchmacher und einer maltesischen oder curaceaischen Seite am wenigsten sichtbar. Wer als Affiliate sauber arbeitet, sollte die Whitelist in dieser Phase prominent verlinken statt sie im Footer zu verstecken."
— Felix Neumann, Deutscher Glücks- und Wettexperte
Vor der ersten WM-Wette lohnt ein Blick auf die Whitelist der GGL. Steht ein Anbieter dort nicht, operiert er in Deutschland ohne Erlaubnis, unabhängig von einer Lizenz aus Malta oder Curacao. Legale Buchmacher bieten Einzahlungslimits, Sperrdatei OASIS und eine nachvollziehbare Beschwerdestelle; bei illegalen Angeboten fehlt dieser Schutz vollständig.
Verantwortungsvolles Spiel: Sportwetten sind ab 18 Jahren erlaubt und können abhängig machen. Hilfe und eine anonyme Beratung gibt es bei der BZgA unter 0800 1 37 27 00 sowie auf check-dein-spiel.de.